Herzlich willkommen,

Hervorgehoben

beim Heimatverein Alt-Köln e.V. gegründet 1902

Verein zur Pflege kölnischer Geschichte, Sprache und Eigenart

und bei der Kumede, unserer Theatergruppe.

Büdchentour mit Bruno Knopp durch Klettenberg und Sülz

Heimatverein Alt-Köln e.V. am 2. September 2016 auf Büdchentour unterwegs mit Bruno Knopp in Sülz und Klettenberg

Start an Davuts Kiosk mit der Erstversorgung mit Proviant

Start an Davuts Kiosk mit der Erstversorgung mit Proviant

Einen Kölner Stadtteil an einem warmen Spätsommerabend zu durchstreifen und dabei von einem höchst kundigen und unterhaltsam erzählenden Einheimischen auf viele Details aufmerksam gemacht zu werden, das darf man als Führungs-Leckerbissen bezeichnen. In diesen Genuss kam eine Gruppe von HVAK-Mitgliedern, als sie sich am 2. September 2016 um 18 Uhr vor dem Büdchen (einem ehemaligen Blumenladen) an der Ecke Gottesweg/Luxemburger Straße versammelte, um vom Diplom-Geografen und Stadtführer Bruno Knopp in die Geschichte des Büdchens (modern auch Kiosk genannt) und damit zusammenhängend auch in die Geschichte der Stadtteile Klettenberg und Sülz eingeführt zu werden. Gut versorgt mit kiosktypischer Verpflegung für den Spaziergang machte sich die Gruppe auf den Weg. Der vorgesehene Zeitplan wurde am Ende locker überschritten, zu vielfältig waren die historischen, sozialen und städtebaulichen Aspekte, mit denen Bruno Knopp seine interessierte Zuhörerschaft versorgte. Letzte, bereits im Dunkeln angesteuerte Büdchen-Station war der alte Kiosk in Sülz an der Ecke Berrenrather Straße/Lotharstraße, wo das Büdchen zwar funktional „außer Dienst“ ist, aber von interessierten und stadtteilkundigen Menschen als Zeugnis der Stadtkultur erhalten wird. Hier bestand die Verpflegung aus einem legendären „Mohrenkopfbrötchen“, an dessen Geschmack sich manch ein Teilnehmer mit Vergnügen erinnert.

Davuts Kiosk

Davuts Kiosk

Dazwischen lagen einige andere dieser nach wie vor kommunikationsfördernden, mit viel harter Arbeit betriebenen Kioske, die mit ihrem besonderen Flair gegen die Konkurrenz der endlosen Ladenöffnungszeiten von Supermärkten ankämpfen müssen. Die mit prächtigen, vom Jugendstil in der Fassadengestaltung beeinflussten Gründerzeithäusern bebaute Siebengebirgsallee, in der der Rundgang startete, darauf machte Bruno Knopp aufmerksam, durchzieht den seit 1900 entwickelten Stadtteil in einer eleganten geschwungenen Linie. Ein Teilnehmer erkannte im Muster der Straßenführung etwas vom römischen Köln wieder. Büdchen, diese bereits vor der Reichsgründung 1871 für Köln und andere preußisch verwaltete Landesteile so typischen Einrichtungen, waren ursprünglich vom Staat gewollte, sorgfältig architektonisch geplante, der weit verbreiteten Trunksucht entgegenwirkende Einrichtungen. Demzufolge verkaufte der Kölner Hauptkonzessionär Carl Nebgen außer Kaffee und Tee vor allem auch Mineralwasser und Limonaden in Flaschen mit dem von dem Engländer Hiram Codd um 1870 entwickelten Kugelverschluss an seinen Kiosken. Diese geniale Verschlusstechnik wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg von Dreh- bzw. Bügelverschlüssen endgültig abgelöst.

Das Büdchen in der Remigiusstraße

Das Büdchen in der Remigiusstraße

Die klassischen freistehenden Büdchen sind auch in Folge des Krieges heutzutage weitgehend verschwunden und haben mehr oder weniger improvisiert wirkenden Buden Platz gemacht. Einige sind in den Ladenlokalen ehemaliger Metzgereien oder Bäckereien untergebracht und sorgen auf diese Weise für eine Belebung der Straßenzüge. Bruno Knopp bezeichnet sie pointiert als „Heimat- oder Dorfzellen“, die eine „Organisationsform des öffentlichen Raumes“ in der Großstadt darstellen. Dazu gehört auch ein „wiederbelebter“ Kiosk, wie der in der Ecke Remigiusstraße/Lotharstraße.
Hier, wo gegenüber der heutige 1. FC Köln als Verein Sülz 07 seine erste Spielfläche hatte, stehen nicht wirtschaftliche Interessen, sondern soziale bzw. kommunikationsfördernde Aspekte im Vordergrund.

Der ideale "Büdchenbetreiber": kommunikativ, kenntnisreich, Kölsche Jung

Der ideale „Büdchenbetreiber“: kommunikativ, kenntnisreich, Kölsche Jung

Bruno Knopp verstand es, bei den Teilnehmern die Lust am Büdchenspaziergang weit über die vorgesehene Zeit zu erhalten. Auf diese Weise konnten alle noch einen Blick in das originalgetreu dekorierte Schaufenster des ehemaligen Eisenwarengeschäfts Bosen in der Marsiliusstraße 4 werfen. Dieses Geschäft entstand nicht von ungefähr im Stadtteil Sülz. Wenige Schritte weiter, im Hinterhof liegend und von der Straße fast nicht zu erkennen, machte Knopp die Teilnehmerauf die sorgfältig restaurierte ehemalige Fabrikationshalle der „Kölner Motorwagen Fabrik GmbH“ aufmerksam. Hier wurde das älteste noch erhaltene, in Köln gebaute Automobil hergestellt. Dieses Exemplar aus dem Jahr 1901 hat seinen Platz im Kölnischen Stadtmuseum gefunden und kann dort bestaunt werden.

Nach all den Eindrücken und Erläuterungen bekamen auch die müden Füße ein wenig Erholung. Dazu ging es in die herrlich kölsche Gaststätte „Sülzer Klaaf“, wo eine sehr gelungene Führung ihren Abschluss fand.

Text und Fotos: F. Sarling

 

 

 

Mundartautorenabend 2016

„Wä weiß, woför et jot es“

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Heide Salentin begrüßt Mitglieder, Gäste und Vortragende zum Mundartautorenabend des HVAK am 12.9.16 in der Residenz am Dom von links: Wolfgang Semrau, Susanne Kamp, Fritz Häck, Gertrud Meinert, Toni Buhz, Katharina Petzold, Gertrud Türk,
Marita Dohmen

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Zweschendurch un am Eng musikalische Unterhaltung:
Et Klimpermännche Thomas Küpper

Auszug aus Krune un Flamme 78

KuF78Veranstaltungsrückblick

Der Heimatverein erkundet Mülheim

Gleich neben dem 1923 errichteten Schifffahrtsbrunnen am Rande des Marktes auf dem Wiener Platz erwartete bei strahlendem Sonnenschein die Gruppe des Heimatvereins Alt-Köln Andreas Krause zu einem Spaziergang durch diesen Stadtteil von Köln. Mit kräftiger Stimme führt Krause in die Geschichte der ehemals bergischen Stadt Mülheim (Freiheitsrechte seit 1322) ein, der es nach langer Selbstständigkeit nicht gelungen war, sich dem Zugriff Kölns zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu entziehen. Mülheim ist heute Namensgeber für den Stadtbezirk Mülheim, der noch acht weitere Stadtteile umfasst und mit 40 000 Bewohnern der bevölkerungsreichste Kölner Stadtteil ist.

Mülheim, darauf weist der Name hin, …bitte lesen Sie hier weiter…