3 FRAGEN AN: WOLFGANG SEMRAU

Wir möchten den Dialekt erhalten

Herr Semrau, wie wichtig ist Ihnen als Spielleiter des Kumede-Theaters der Erhalt der kölschen Sprache?

WOLFGANG SEMRAU: Kölsch ist eine sehr schöne und lebendige Sprache. Sie ist viel mehr als nur das, was man allgemein im Karneval oder von kölschen Musikgruppen hört. Wir wollen in unserem Theater das einfache Kölsch, so wie es auf der Straße gesprochen wird, pflegen. Wir versuchen, damit einen Beitrag zu leisten, um den kölschen Dialekt in seiner Ursprungsform zu erhalten.

Sollte Kölsch als Schulfach eingeführt werden?

SEMRAU: Die Frage ist, ob sich das organisatorisch umsetzen lässt. Der Heimatverein Alt-Köln und auch wir von der Kumede stehen Schulen, die beispielsweise eine kölsche Theater-AG anbieten, mit Rat und Tat zur Seite. Wir kommen gerne zu Proben in die Schulen und bieten Hilfe an. Umgekehrt können die Schulen zu unseren Probenterminen kommen, um sich anzuschauen, wie wir arbeiten. Jeder ist herzlich willkommen.

Sie sind seit eineinhalb Jahren Spielleiter der Kumede, haben das aktuelle Stück geschrieben und spielen darin eine Hauptrolle. Wie vereinbaren Sie das Engagement mit Familie und Beruf?

SEMRAU: Wie auch bei anderen Karrieren braucht man jemanden, der einem organisatorisch den Rücken freihält. In meinem Fall ist das meine Frau, die versucht, alles hinter mir zu managen, so dass ich die frei zur Verfügung stehende Zeit nutzen kann, um Texte zu schreiben, Texte zu lernen und zu proben.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE: ROLAND MEURER

Wolfgang Semrau
Bild privat

Kölner Stadt-Anzeiger vom 20.10.2011