Mittwochskreis im HvAK

Der Mittwochskreis im Heimatverein stellt sich vor:

Wir, der Mittwochskreis, sind ein selbständiger Kreis Kölner Mundartautoren im Heimatverein Alt-Köln. Als solcher sind wir aufgefordert, zukünftig einen festen Platz in Krune un Flamme, dem Organ unseres Vereins, einzunehmen. Dem kommen wir gerne nach.

Der Kreis wurde vor rund 30 Jahren vom Baas des Heimatvereins Dr. Heribert A. Hilgers gegründet. Herr Dr. Hilgers war ein großer Verfechter der sauberen kölschen Sprache, wie sie sich auch der Heimatverein auf seine Fahnen geschrieben hat. Sein „Schreckgespenst“ war der Satz: Die Sprache lebt!, was zwar grundsätzlich richtig ist, meist aber nur benutzt wird, um sich nicht intensiv mit der Sprache auseinandersetzen zu müssen. Dr. Hilgers hörte, las und schaute sich um, wenn kölsche Texte verfasst wurden. Wenn sie seinen strengen Anforderungen nahe kamen, bot er dem entsprechenden Autor an, sich am Mittwochskreis zu beteiligen. Auch wenn es so einen Mentor heute leider nicht mehr gibt, haben die Mitglieder des Mittwochskreises dieses Vorgehen auch nach seinem Tod beibehalten.

Anfangs traf sich die Gruppe in einer Kneipe, danach stellte das Altenheim St. Georg bis zu seinem Umbau einen Raum zur Verfügung. Dort halten die Mitglieder des Mittwochskreises in dankbarer Verbundenheit bis heute alle zwei Monate eine kostenlose Lesung für die Bewohner ab. Als das Treffen in St. Georg nicht mehr möglich war, bat Dr. Hilgers in sein Wohnzimmer. Dort wurde bis zu seinem Tod getagt. Die Größe des Tischs begrenzte die Teilnehmerzahl auf höchstens zehn, was auch dem konzentrierten Arbeiten zugutekam. Die Atmosphäre wechselte zwischen urgemütlich und explosiv. Einerseits stellte Frau Ilse Hilgers regelmäßig Getränke und Kekse auf den Tisch, andererseits wurde heftig gestritten und um Formulierungen oder Begriffe gerungen. Das letzte Wort hatte und hat aber immer der Autor. Einigkeit besteht in unserem Kreis unumstritten darin, die kölsche Sprache so zu verschriftlichen, dass auch jemand, der nicht von Hause aus kölsch spricht, den Klang aber im Ohr hat, beim halblauten Lesen die Aussprache erkennen kann. Unsere Schreibweise beruht mit wenigen Modifikationen auf der von Adam Wrede und seinem dreibändigen Wörterbuch.

Alle, die dem Kreis angehören oder angehörten, können von sich sagen, dass sie viel gelernt haben. Viele der „Mittwochskreisler“ sind auf diesem Weg zu Veröffentlichungen gekommen. Manche Autoren haben dem Kreis nur eine bestimmte Zeit, andere bis zu ihrem Tod angehört.

Zum Mittwochskreis gehörten oder gehören in alphabetischer Reihenfolge folgende Autoren an: Henner Berzau; Christina Block; Toni Buhz; Marita Dohmen; Armin Foxius; B. Gravelot; Fritz Häck; Marga Haehne; Heinz Heger; Hermann Hertling; Paula Hiertz, Martin Jungbluth; Heribert Klar; Herbert Knittler; Marlies Marks, Gertrud Meinert; Katharina Petzoldt; Ulla Reusteck; Ann Richarz; Margareta Schumacher; Hilde Ströbert, Heinz Thull und Ursula Ude. Für den Fall, dass wir den ein oder anderen Namen nicht mehr präsent haben, bitten wir um Entschuldigung; denn niemand von den heutigen, im Mittwochskreis tätigen Autoren war bereits „Gründungsmitglied“.

Für die Zukunft wünscht sich der Mittwochskreis noch ein oder zwei Mundartautoren, die sich genauso ernsthaft mit der kölschen Sprache auseinandersetzen und – Achtung: Kritik vertragen können!

Villeich jitt et jo su en Exemplare, die allt ens Texte op Kölsch jeschrevven hann un de kölsche Sproch jenau esu huh halde welle wie meer.

Für den Mittwochskreis Marita Dohmen